Nürnberg: Demo gegen 30% Fahrpreiserhöhung

Freitag, 22. Juli 2011 um 00:00 Uhr
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Nürnberg, 22.7.2011. Demo gegen 30% Fahrpreiserhöhung – Redebeitrag vom Bündnis Sozialticket.

Liebe Freundinnen und Freunde,

eigentlich sollte der öffentliche Nahverkehr, als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, kostenlos sein. Wenn aber schon dafür bezahlt werden muss, dann sollte er zumindest für Alle erschwinglich sein.

Leider sieht die traurige Realität anders aus. Viele Menschen würden gerne Busse und Bahnen nutzen, aber es fehlt das Geld für ein teures VAG-Ticket.

Mit den beschlossenen Fahrpreiserhöhungen, wird nun die Mobilität eines großen Teils der Bevölkerung noch weiter eingeschränkt. In einer Stadt, in der ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner arm oder von Armut bedroht sind, muss deshalb endlich ein Sozialticket eingeführt werden, das den Namen verdient.

Das Nürnberg-Barometer hat es gezeigt: 87,5% der Nürnbergerinnen und Nürnberger befürworten ein vom Bündnis Sozialticket seit fast drei Jahren gefordertes Sozialticket, das nicht mehr kosten darf, als im Hartz IV-Satz für öffentlichen Nahverkehr vorgesehen ist. Ginge es nach ihnen, hätten Menschen mit kleinem Geldbeutel kein Problem ihr Recht auf Mobilität in Anspruch zu nehmen.

Doch nach wie vor warten zehntausende Menschen auf die Einführung des für sie bezahlbaren Tickets. Menschen, die von ALG II leben müssen, oder zu Dumpinglöhnen arbeiten, stehen genauso wie Studentinnen und Studenten oder viele Rentnerinnen und Rentner vor dem Problem, dass sie sich die Fahrt mit der Straßenbahn oder dem Bus derzeit, nur auf Kosten anderer Grundbedürfnisse leisten können.

Bereits im Oktober 2009 wurden deshalb den Oberbürgermeistern in Nürnberg und Fürth ca. 12.000 Unterschriften überreicht, um die Einführung eines Sozialtickets zu forcieren.

Es wäre für den Stadtrat längst an der Zeit gewesen zu handeln!
Stattdessen setzt er auf die Ergebnisse einer Studie, die derzeit das Mobilitätsverhalten von Nürnberg-Pass-Inhaberinnen und -Inhabern abfragt. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2012 vorliegen. Wenn nicht spätestens dann das Sozialticket auf den Weg gebracht wird, sind Zeit und Geld vertan und die Befragten letztendlich die Verarschten.

Wir fordern deshalb nach wie vor die sofortige Einführung eines Sozialtickets!
Fahrpreiserhöhungen sind in jedem Fall abzulehnen.

Eine Möglichkeit der Schadensbegrenzung ist der „Rote Punkt“, mit dem MobiCard-Besitzerinnen und -Besitzer Menschen ohne Fahrschein die kostenlose Mitfahrt anbieten.

So wird nicht nur Geld gespart, sondern auch der Druck erhöht, endlich ein Sozialticket im VGN einzuführen und die unsoziale Preispolitik zu überdenken.

Also: Weg mit den Fahrpreiserhöhungen – her mit dem Sozialticket!

Demo gegen 30% Fahrpreiserhöhung

Demo-Aufruf und Unterschriftenliste gegen 30% Fahrpreiserhöhung der VAG.