Fürth: Pressemitteilung zum Aktionstag

Freitag, 10. Juli 2009 um 23:59 Uhr
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Pressemitteilung des Fürther Sozialforums zum Aktionstag für ein Sozialticket

Bald 5000 Unterschriften für ein Sozialticket in der Region

Fürth, 08.07.2009. Am Freitag, den 10.07. wird es vom „Bündnis Sozialticket“ in den Städten Nürnberg und Fürth einen Aktionstag für die Einführung eines Sozialtickets geben. In Fürth wird es dazu einen Infotisch am Bahnhofsplatz von 14.00 Uhr bis ca.18.00 Uhr geben. Hauptsächlich werden dabei Unterschriften für die Einführung eines Sozialtickets gesammelt. Symbolisch wird aber auch der Zugang zur U-Bahn versperrt werden, der nur mit einem Sozialticket freigemacht werden kann, entsprechende Tickets werden dazu verteilt. Damit soll darauf hingewiesen werden, dass von vielen Mitbürgern die öffentlichen Verkehrsmittel kaum benutzt werden können, da sie sich die Nutzung schlicht nicht leisten können.

Ab 17.00 Uhr erwarten wir dann auch noch den Besuch einer Gruppe von AktivistInnen aus Nürnberg, die nach Beendigung ihrer Aktion in Nürnberg, der Nachbarstadt mit der U-Bahn einen Besuch abstatten.
Mit der Unterschriftensammlung soll vor allem der Nürnberger Stadtrat, der ein Sozialticket bisher mit großer Mehrheit ablehnt, dazu veranlasst werden, seine ablehnende Position noch einmal zu überdenken.
Vom Fürther Stadtrat, der die Einführung eines Sozialtickets, unter der Voraussetzung, dass Nürnberg mitzieht, prinzipiell befürwortet, fordert das Bündnis, diese Forderung erneut und mit mehr Nachdruck als bisher in die Verhandlungen einzubringen. Dabei können wir auf viele Städte verweisen, die ein Sozialticket eingeführt haben (Dortmund, München, Berlin, Leipzig... und sogar das Bundesland Brandenburg). Auch wenn die konkrete Umsetzung nicht immer unseren Vorstellungen entspricht, so sind immerhin positive Ansatzpunkte zu erkennen.
Das Bündnis Sozialticket sieht das Recht auf Mobilität als soziales Grundrecht an, das in diesem Fall von den Kommunen eingelöst werden kann. Die Kosten dafür dürften sich in vertretbaren Grenzen halten, es muss kein Bus, keine U-Bahn mehr als bisher fahren. Und recht viel mehr als die Im Regelsatz von ALG II für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel vorgesehenen 11,23 €, werden die meisten Armen oder von Armut bedrohten Personen, die die potentiellen Nutznießer eines Sozialtickets darstellen, ohnehin nicht für U-Bahn und Bus aufbringen können.
Wie wichtig für die Betroffenen die Einführung eines Sozialtickets sein kann, zeigen die Zahlen aus Dortmund, die der Sozialreferent Prölß aus Nürnberg nennt. Er berichtet von einer Vervierfachung der verkauften Monatskarten, bei Einführung eines Tickets zu 15 €. Für Nürnberg geht er von einer Verdopplung der verkauften Karten aus, bei Einführung eines Sozialtickets zu 15 €, statt der bisherigen 29,90 €, die ein „Sozialticket“ in Nürnberg kostet. Ja, das gibt es in Nürnberg, in Fürth gibt es nichts Vergleichbares!
Für Herrn Prölß wird daraus allerdings ein Argument, die Einführung eines Sozialtickets zu 15 € abzulehnen! Für uns ist das umgekehrt genau der Beweis, für die Bedeutung und positiven Auswirkungen eines Sozialtickets.
Gerade auch angesichts der Debatte um die Klimaveränderung, halten wir deshalb die Einführung eines Sozialtickets für das Gebot der Stunde. Deshalb wenden wir uns auch gegen die beschlossenen Preiserhöhungen und fordern den Stadtrat auf, diesen Beschluss noch einmal zu überdenken.

Abschluss des Aktionstags für ein Sozialticket in Fürth am 10.07.2009
Stephan Stadlbauer, Sozialforum Fürth