Bündnis Sozialticket

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Presse Pressemitteilungen Das Bündnis Sozialticket zur Fahrpreiserhöhung 2011

Das Bündnis Sozialticket zur Fahrpreiserhöhung 2011

E-Mail Drucken PDF

Presseerklärung des Bündnis Sozialticket zur Fahrpreiserhöhung 2011

Nürnberg, Stadtratssitzung 19.05.2010. Man könnte die Uhr danach stellen. Die nächste Fahrpreiserhöhung kündigt sich an und ist beschlossene Sache.
Am Mittwoch, 19. Mai 2010, hat der Stadtrat mit großer Mehrheit gegen die Stimmen von Linke Liste die „Tariffortschreibung“ beschlossen. Ein letztes Veto könnte die VAG Gesellschafterversammlung am 28. Juni 2010 einlegen. Ob sie dieses tut und sich der Erhöhung widersetzt, ist eher unwahrscheinlich. Schließlich haben die Gesellschafter bereits per Richtungsbeschluss vom 16.03.2010 die Erhöhung gestrickt.
Sicher ist, dass die Tariferhöhung vor allem bei Einzelfahrkarten (5%), bei der MobiCard 7 Tage (5,65%), bei der MobiCard 31 Tage ab 9 Uhr (4,99%), sowie bei der MobiCard 31 Tage (5,79%) überdurchschnittlich hoch ausfallen wird und damit die Nutzer immer tiefer in die Tasche greifen müssen.
Bei allen anderen Fahrpreisarten bewegen sich die Fahrpreiserhöhungen bei durchschnittlich etwa 3%. Das heißt aber nicht, dass für einige der Griff in die Tasche nicht weniger tief sein wird.
Gerade für Nutzer wie SchülerInnen, StudentInnen und Nürnberg-Pass-Besitzer – zur Erinnerung: Die Renten- und ALG II-Erhöhung im Juli 2009 betrug 2,41% – zählt jeder Euro.

Der VAG Slogan: „Überlegen bewegen“ wird zu einer beherrschenden Vorgabe, die die Machtlosigkeit der Kunden impliziert.
Oder sollen sich etwa nur die Cleveren bewegen und andere das Nachsehen haben?

Wie auch immer, die Fahrpreiserhöhung hat mit den Kürzungen und Kürzungsvorhaben eine Gemeinsamkeit: Sie kann auch zu den unsozialsten Maßnahmen gezählt werden, von denen immer mehr Menschen betroffen sind.

Im Regelsatz sind für Mobilität 11,49 € im Monat vorgesehen. Die Differenz zum Nürnberg-Pass für nun 30,80 € wird immer größer. Damit werden insbesondere Arbeitslose und Geringverdiener belastet und ihnen die Anteilnahme am öffentlichen Leben mehr und mehr erschwert. Da hilft auch eine Erweiterung des Leistungskataloges für ermäßigte Eintritte nicht.
Mobilität ist und bleibt die Voraussetzung.

Gerade im Adler-Jubiläumsjahr hätte die Stadt auch mit einem Sozialticket ein sozialpolitisches Zeichen setzen können.

Die beabsichtigte Studie (Fahrverhalten, Preisermittlung, ...) durch Socialdata wird mit dem jetzigen Beschluss konterkariert. Sinnvoll wäre, die Ergebnisse abzuwarten und sie entsprechend zu berücksichtigen. Unserer Meinung nach wird hier zu früh gehandelt.

Wir meinen:
Auch vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und der dramatischen Arbeitsmarktlage ist die Verteuerung der Fahrscheine ein falsches Signal und macht es insbesondere für Einkommensschwache zum teuren Vergnügen.
Schließlich ist die Fahrpreiserhöhung auch aus umweltpolitischer Sicht ein falsches Signal. Gerade die nachhaltigen Verkehrsträger, wie Busse und Bahnen, werden alljährlich belastet. Das macht das Umsteigen vom Auto auf den ÖPNV immer unattraktiver und so das angestrebte CO2-Reduktionsziel immer unwahrscheinlicher.

Wir fordern ein Gegensteuern:
Statt Fahrpreiserhöhung – Senkung der Fahrpreise;
umgehende Einführung eines Sozialtickets im VGN-Gebiet;
Einbeziehung der Studienergebnisse;
Förderung nachhaltiger Verkehrsträger;
`Belohnung´ der Nutzung nachhaltiger Verkehrsträger

Fahrpreise eingrenzen – statt Mensch und Umwelt ausgrenzen!
Bündnis Sozialticket
Bündnis Sozialticket, c/o Stadtteilzentrum DESI, Brückenstraße 23, 90419 Nürnberg