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Alternative Fahrgastbefragung in Fürth zeigte: Großer Ärger über Fahrpreiserhöhung

Fürth, 20.10.2012. Eigentlich war sie ja nicht ganz so ernst gemeint, die „alternative Fahrgastbefragung“ durch Aktivisten des Sozialforums. Sie sollte lediglich einmal mehr die Kritik an den Fahrpreiserhöhungen öffentlich sichtbar machen und auch für die Forderung nach einem Sozialticket werben. So hatten sich die alternativen Befrager mit Schirmmützen aus einem Kostümverleih mit der Aufschrift „Fahrgastbefragung“ auf Klebeband kostümiert. Überrascht waren die „Befrager“ wie ernsthaft, konzentriert und gewissenhaft die Befragten sich dem Ausfüllen der Fragebogen widmeten und offensichtlich sehr erfreut darüber waren, dass sie ihren Unmut über die Fahrpreiserhöhung durch die Beantwortung des Fragebogens kundtun konnten.

Dabei wurde für die alternativen Befrager, in den Gesprächen die dabei entstanden, sehr deutlich sichtbar wie viel Ärger und Wut über die Fahrpreiserhöhungen unter den ÖPNV-Nutzern anzutreffen ist. Gerade auch weil sie, das ist eines der Ergebnisse der Auswertung der Fragenbögen, meist keine Alternative zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für sich sehen.
Gerade ärmere Menschen mit Kindern, zeigten sich geradezu verzweifelt über die zusätzlichen Kosten die durch die Fahrpreiserhöhungen entstehen. Oder auch darüber, dass ein wachsender Teil des geringen Lohnes gleich wieder für die Fahrkarte für die Fahrt zur Arbeit ausgegeben werden muss. Aber auch eher gutsituierte Bürger, die sich persönlich die höheren Fahrpreise leisten können, kritisierten die Fahrpreiserhöhungen aus sozialen aber auch ökologischen Gründen.
Auf breite  Zustimmung stieß die Frage nach einem Recht auf Mobilität, die sich in einer Forderung nach einem Sozialticket ausdrückt. Zur Überraschung und zugegebenermaßen auch Enttäuschung der Befrager, mochte sich keiner der Befragten der Forderung nach der perspektivischen Einführung eines Nulltarifs anschließen. Das erschien den Befragten zu unrealistisch, auch wenn auf die bevorstehende Einführung desselben in der estnischen Hauptstadt Tallinn hingewiesen wurde.
Wegen der durchaus positiven Resonanz, gibt es Überlegungen die Aktion eventuell zu wiederholen.

Fragebogen (PDF): „Alternative Fahrgastbefragung“

Foto: Privat

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